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REDE NICHT !   TRAUE NICHT! FÜHLE NICHT!
"Der Schlüssel für die Probleme von "erwachsenen Kindern" von Alkoholikern liegt nicht unbedingt darin, was in der Herkunftsfamilie passiert ist, sondern von Bedeutung ist, was die Lektion war, die man lernte, was die Regeln waren, nach denen man lebte."(Subby 1987)
Rede nicht !
Weder innerhalb noch außerhalb der Familie darf über Probleme gesprochen werden. Das Familiensystem funktioniert. Das Geheimnis, der Suchtmittelmissbrauch der Eltern oder eines Elternteils wird geheim gehalten, nichts dringt nach außen. Auch Probleme, wie z.B. Armut, Gewalterfahrungen, Unzuverlässigkeit, etc., die hier mit einhergehen werden entschuldigt, verleugnet oder verharmlost.
Die Erfahrung, nicht darüber reden zu dürfen, vermittelt den Kindern das Gefühl, dass es keine Hilfe und keinen Ausweg gibt.
Fühle nicht !
Das erleichtert das Leben, vermeidet Schmerzen und bürdet den Eltern nicht noch das eigene Leid auf. Dahinter steht aber auch die Ansicht, dass man seinen Gefühlen nur bedingt trauen sollte. Durch das Leugnen der Gefühle wird der Zugang zum emotionalen Erleben verlernt, wodurch auch angenehme Gefühle nicht mehr wahrzunehmen sind oder fremd werden.
Die Kinder müssen schnell Erwachsen werden, viel Verantwortung übernehmen, viel Helfen und wenig Anforderungen an die Eltern stellen. Die Forderung an sie lautet: Sei stark, gut, perfekt. Mach immer alles richtig. Mach uns stolz.
Traue nicht !
Durch die Botschaft der Familie, dass alles normal sei, und der gegenteiligen Wahrnehmung der Kinder lernen sie, weder sich noch anderen zu trauen.
Suchtkranke machen Angehörige zu Lügnern. In diesen Familien ist Lügen "normal". Die Kinder können sich auf nichts und niemanden verlassen. Sie wissen nie, was sie zu Hause erwartet. Sie lernen schnell: Ich bin der einzige Mensch, dem ich trauen kann.
Diese Regeln werden allen Familienmitgliedern durch Blicke, Gesten und Reaktionen vermittelt, halten das Familiensystem geschlossen und blockieren die Entwicklung jedes Familienmitgliedes.
(aus: "Kindern von Suchtkranken Halt geben", Broschüre des Bundesverbandes der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe und der Betriebskrankenkassen, 2005)
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